Forschung / Projekte

FORSCHUNG

Forschungsprojekt zum Wissenserwerb im Museum

Auf Basis einer neuentwickelten Methode der Selbsterschließung von Kunstwerken wurde unter Beteiligung Studierender eine empirische Erhebung durchgeführt. Sie konnte nachweisen, dass diese Methode das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten signifikant verbessert. Bei der Follow-up-Befragung konnte darüber hinaus die Nachhaltigkeit des erworbenen Wissens nachgewiesen werden.

Transferprojekt Evaluation und Optimierung kultureller Angebote

Vom Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) finanziertes Kooperationsprojekt; Laufzeit März 2011 bis Februar 2013. Ziel des universitären Forschungsprojektes war die Bewertung eines Modellvorhabens des Fachbereichs „Bildung und Qualifizierung der Landeshauptstadt Hannover“, das Kinder in ihren Bildungsbiografien mit möglichst frühen und kontinuierlichen Zugängen zu kultureller Bildung nachhaltig unterstützen will. Das Forschungs-Projekt ist gekennzeichnet durch einen mehrperspektivischen Ansatz unter Einsatz quantitativer und qualitativer Forschungs-Methoden. Das Transferprojekt steht für die Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxisfeldern im Bildungsbereich. Es ist unter Einbeziehung Studierender entstanden und fließt in die Lehre zurück.

Schulbuchforschung 

Die 2005 für den Bereich Schulpädagogik abgeschlossene Habilitation galt der Untersuchung von Schulbüchern. Sinn der mittels qualitativer Inhaltsanalysen durchgeführten Untersuchung war es, eine Verbindung zwischen Urgeschichte, der Aufbereitung dieser Thematik in Schulbüchern und dem Bildungsauftrag der Schule herzustellen. Die Schulbücher werden unter fünf die Leitideen des Bildungsauftrages zusammenfassenden Perspektiven beleuchtet: Zusammenleben lernen, nach Grundsätzen der Gleichberechtigung der Geschlechter leben, Informationen beschaffen und bewerten können, ästhetische Wahrnehmung entwickeln und körperlich-kinästhetische Intelligenz fördern. Allein die Analyse der Schulbuch-Illustrationen zeigt, wie weit wir doch immer noch von einer Gleichbehandlung entfernt sind und welchem Maße heutiges Denken von Arbeitsteilung unreflektiert auf das Leben in der Urzeit übertragen wird. Offen gelegt wird der Beitrag der Schulbücher am „Verschwinden der Wirklichkeit“ und gleichzeitig wird der Weg zu einer wissenschaftsorientierten Handlungsorientierung aufgezeigt. Urgeschichte ermöglicht es, Schlüsselprobleme in Lernanlässe umzuwandeln und eine Brücke zu schlagen zwischen der Vergangenheit und den im Schulgesetz formulierten gegenwärtigen Problemen. In meiner Publikation „Fördern durch Sachunterricht” wird der Ansatz aufgegriffen und zu einem Instrument weiterentwickelt, mit Hilfe dessen eine Schulbuchbewertung möglich ist. 

„Eine Frau darf keine Männerkleidung tragen und ein Mann keine Frauenkleidung“ (2000 – 2005)

Träume, die aus Stoff sind... Anliegen eines Konsortiums aus Fachleuten verschiedener Fachrichtungen war es, Kleidung zu rekonstruieren, wie sie von vielen Menschen in der Zeit Karls des Großen getragen worden sein könnte. Nicht nur das Ergebnis war wichtig, sondern auch der Lösungsweg. Durch das Nacharbeiten konnten offene Fragen beantwortet werden.

Archäologische Forschungen

Gegenstand der Dissertation war die wissenschaftliche Bearbeitung eines rund 1.000 Gräber umfassenden Gräberfeldes des 3. bis 5. Jahrhundert, das in Helmstedt ausgegraben worden war. Schwerpunkt und Schwierigkeit waren die Klassifizierung und Systematisierung von keramischen Formen und Dekoren. Die Analyse der Funde erfolgte unter Verwendung spezieller, an archäologischem Material entwickelten und erprobten Computerprogrammen.

Nach Abschluss der Dissertation wurden mir weitere Fundkomplexe zur Bearbeitung zur Verfügung gestellt, darunter das Gräberfeld von Bad Bevensen.

Die Publikationen der Gräberfelder vom Pfingstberg bei Helmstedt und aus Bad Bevensen sind mit Mitteln des Landes Niedersachsen ermöglicht worden.

Als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Georg-August-Universität Göttingen hatte ich die Gelegenheit, die von Heinrich Schliemann in Troja ausgegrabenen Funde wissenschaftlich zu bearbeiten. Die Ergebnisse sind in den Berliner Beiträgen zur Vor- und Frühgeschichte veröffentlicht worden.

PROJEKTE

Methoden (Arbeitstitel)

Ziel der Publikation ist es, Methoden aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und für einen vielgestaltigen Einsatz aufzubereiten.

Außerschulische Lernorte

Das Thema »Außerschulische Lernorte« bildet eine Schnittmenge zwischen Forschung und Lehre. Neben Forschungsprojekten entstanden gemeinsam mit Studierenden erarbeitete Texte und Ausstellungen, im Museum und in der Uni.

Bildkompetenzen

Bilder können das für Grenzüberschreitungen notwendige Denken anbahnen, sofern die Bildkompetenzen entsprechend gefördert wurden. Der Beitrag „Zeichnen in der Lehrerbildung“ versucht, anhand unterschiedlicher Beispiele aufzuzeigen, welches Potential Zeichnungen und Malaufträge im Unterricht in Schule und Hochschule/ Universität bieten und diskutiert vor dem Hintergrund der Literatur Wirkung und Nutzen ihres Einsatzes.

„Pilotprojekt: Bilderwelten – Lebenswelten. Eine Projektidee mit Modellcharakter zur Förderung begabter junger Menschen mit Migrationshintergrund durch Sprachkurse im Museum und ein Beitrag zur Inklusion“

In einer doppelseitigen Erschließung sollten für die Kunst und das Museum Menschen gewonnen werden, die Beidem oder zumindest der Kunst distanziert oder sogar ablehnend gegenüberstehen oder die aufgrund von Einschränkungen Beides nicht nutzen können. Das mittels finanzieller Unterstützung durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur realisierte Projekt bestand aus zwei Teilen. Ein Sprachkurs sollte Studierenden mit Migrationshintergrund die Kultur des Abendlandes und das Kunstmuseum nachhaltig näherbringen und ihre sprachlichen Kompetenzen in erheblichem Umfang fördern, um ihnen dadurch die Fortsetzung resp. Aufnahme des Studiums in Deutschland zu ermöglichen resp. zu erleichtern. Zusätzliches Ergebnis waren Erkenntnisse für erfolgreiche Integrationsprozesse, z.B. von Flüchtlingen.

Menschen mit Behinderung wurden auf Augenhöhe an der Museumsarbeit beteiligt und es entstand der Katalog »BilderWelten. Bild-Betrachtungen in Leichter Sprache«. Es wird der Versuch unternommen, Textverständlichkeit als Grundvoraussetzung für kulturelle Teilhabe zu etablieren. Nicht nur Menschen mit Handicaps, sondern Lesern mit Deutsch als Zweitsprache und Personen ohne Vorkenntnisse bietet das Buch Gelegenheit, sich über das Medium Bild mit Menschheitsthemen auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt steht der Rezipient, der mit Hilfe von Texten in Leichter Sprache zur persönlichen Weiterbildung angeregt wird. Erstmals ist hiermit eine Publikation vorgelegt worden, die im eigentlichen Sinne inklusiv ist, d.h., die sich gleichzeitig an vollkommen unterschiedliche Lesergruppen richtet. Sie besteht aus Bildbetrachtungen ausschließlich in Leichter Sprache und einer Darstellung, die Fachleuten anderer Museen mit theoretischen Ausführungen konkrete Handlungshinweise zur Erstellung von Texten in Leichter Sprache sowie von Museumstexten allgemein vermittelt.

Projekt für Menschen mit und ohne Demenz (2013 – 2016)

Für eine Kooperation mit der Henriettenstiftung/ mit Diakovere habe ich ein Konzept entwickelt, mit Hilfe dessen Menschen mit Demenz oder Wachkomapatienten das Museum für sich entdecken konnten. Die Teilnehmer erhielten neue Impulse, manche haben erst durch die Kunst ihre Worte wiedergefunden.

 

Hochschuldidaktik: Literatur zum Studium. Lernen durch Schreiben

Reflektieren lernen. Studien zur Lehrer-Bildung

Im LIT Verlag erscheint eine Publikationsreihe, in der herausragende studentische Arbeiten publiziert werden. Ergänzt durch weitere Beiträge werden verschiedene Themenschwerpunkte behandelt.

·        Band 1: Lehrer werden.

·        Band 2: Lehrerkompetenzen.

·        Band 3: Evaluation und Optimierung kultureller Bildung. Theorie und Praxis im Dialog.

Es setzt die Idee fort, die bereits der Publikation „Außerschulische Lernorte. Studenten schreiben für Studenten und Referendare“ umgesetzt worden war.

„Fördern durch Sachunterricht. Verlag W. Kohlhammer. Stuttgart 2011.

Ziel der Publikation war es, eine Lücke zu schließen, da Publikationen zum Sachunterricht überwiegend für die Regelschule verfasst wurden. Die Darstellung nimmt Bezug auf die Prüfungsordnungen, die von mir nach Aussetzung der Akkreditierung vollkommen neu gestaltet wurden.

„Das Fach Sachunterricht. Oder die Lebenswirklichkeit von Studenten.“

In Interaktion mit Studierenden und deren Sichtweisen und Erfahrungswissen ist eine Broschüre zur Selbstdarstellung des Faches aus der Perspektive der Betroffenen entstanden, die einen wesentlichen Schritt im Hinblick auf das gesetzte Ziel darstellt, ordnende Grundlagen zu schaffen und den in sich bereits interdisziplinären Charakter des Faches „Sachunterricht und inklusive Didaktik“ neu zu denken. Die erforderlichen Mittel wurden von der Universität zur Verfügung gestellt.