Projekte des Arbeitsbereichs Sozialisations- und Adoleszenzforschung

  • Adolescence in times of a pandemic - An international comparative qualitative study (2020-2023)

    Wir untersuchen in einem kulturell-vergleichenden Ansatz den Sozialisationsprozess von Adoleszenten weltweit. Dazu führen wir Interviews in verschiedenen Ländern durch und erarbeiten wie Adoleszente die Corona-Krise wahrnehmen, verarbeiten und mit der neuen Situation umgehen.

    Dieses Projekt wird als Kooperation von der Leibniz Universität Hannover (Boris Zizek) und der Universität Bielefeld (Ullrich Bauer), sowie mit der Hilfe von internationalen Kollegen durchgeführt.

    Bisher haben wir Interviews aus den folgenden Ländern gesammelt und ausgewertet: Vietnam, SüdKorea, China, Indonesien, Brasilien, Österreich, Belgien und Deutschland.

    English Version: In a cultural comparative approach to socialization, we examine how adolescents experience the corona crisis and how they deal with it. This is a cooperation project between the Universities of Hanover (Boris Zizek) and Bielefeld (Ullrich Bauer). It is supported in the survey and, in the long term, in the evaluation by international colleagues. In the meantime we have collected and evaluated interviews with adolescents from the following countries: Vietnam, South Korea, China, Indonesia, Brazil, Austria, Belgium, Germany.


    Link zum Projekt:

    https://www.researchgate.net/project/Adolescence-in-times-of-a-pandemic-An-international-comparative-qualitative-study

    Interview zu dem Projekt:

    SPIEGEL Wissen 2/2020, S. 14.


    Teilnehmer:

    Leibniz Universität Hannover

    • Prof. Dr. Boris Zizek
    • Soon-won Jung
    • Hendrik-Zoltán Andermann
    • Yao Pei
    • Marten Corrigan
    • Kristin Kollmann 

     

    Universität Bielefeld

    • Prof. Dr. Ullrich Bauer
    • Baris Ertugrul
    • Dr. Marc Grimm
    • Dr. Paulo Pinheiro MD

     

    Johannes Gutenberg Universität Mainz

    • Anna Katharina Kirchner
  • Forschungskooperation mit der Universität Twente: „Will the world never be the same? Letters from a post-corona future.“ (2020-2022)

    Forschungskooperation mit der Universität Twente: „Will the world never be the same? Letters from a post-corona future.“ Die Corona-Krise hat das Leben von Menschen weltweit verändert. Die täglichen Abläufe und Routinen wurden gestört oder erheblich eingeschränkt. Dadurch wird deutlich, dass unser alltägliches Leben und unsere Gewohnheiten nicht starr sind, sondern verändert werden können. Was wiederum die Frage aufwirft, wie wir leben wollen – nach Corona.

    Wollen wir zurück in die Vergangenheit und so leben wie wir es vor Corona getan haben oder wollen wir eine neue, eine andere Lebensweise für die Zukunft? Wenn wir die Möglichkeit hätten eine neue Zukunft zu gestalten, wie würden wir diese gestalten?

    Um Antworten auf diese Frage geben zu können, wurden Jugendliche ab 16 Jahren gebeten Briefe aus der Zukunft an ihr jetziges Ich zu schreiben.

    Link zum Projekt:

    https://www.utwente.nl/en/bms/ehealth/research/story-lab/post-corona-letters/

  • Aktuelle Formen und Tendenzen der Beziehungs- und Sozialisationspraxis junger süd-koreanischer Familien (Current forms and tendencies of the relationship and socialization practice of young South Korean families) (2018-2020)

    Gemeinsam mit Prof. Lalenia Zizek (FH Potsdam) untersuchen wir die aktuellen Formen und Tendenzen der Beziehungs- und Sozialisationspraxis junger süd-koreanischer Familien.

    Wir bauen hier zunächst auf unsere Forschung und Daten zur Adoleszenz in Süd-Korea auf. Im Oktober 2019 werden wir in Süd-Korea eine erste größere Erhebung mit den Verfahren des narrativen Interviews durchführen. Ausgewertet werden die Interviews mit den rebkonstruktiven Verfahren der objektiven Hermeneutik.

    Ziel ist es, exemplarisch Tendenzen im Zusammenleben und Aufwachsen in einem Land mit beschleunigter bzw. "komprimierter" (Chang 2018) zu rekonstruieren. Wie verändert sich die Lebens- und Erfahrungswelt für die Heranwachsenden?

  • Malen als Bildungsprozess (2019-2022)

    Prof. Dr. Boris Zizek (Hannover), Prof. Dr. Claudia Scheid (PHBern) 

    Kinder können malend Erfahrungen ausdrücken und verarbeiten. Der zweidimensionale Raum ermöglicht ein folgenloses Explorieren von erfahrenen Konstellationen sowie deren Transformation. Auf das je Geschaffene können die malenden Kinder reagieren, so die Verarbeitung von Erfahrungen, sich dabei bildend, vorantreiben und kreatives Handeln vorbereiten. Kinderzeichnungen können darum als Protokoll von Bildungsprozessen gelesen werden.

    Im Forschungsprojekt stehen im Zentrum die Rekonstruktion, welchen Ausdruck Kinder in Zeichnungen vollziehen und welche Lösungen von Konflikten sie durch das Malen finden. Wesentlich für diesen Zugang ist das methodische Postulat der immanenten Analyse, insofern nicht Gegenstand sein soll, was Kinder über ihre Zeichnungen sagen, sondern was sie in ihnen getan haben. Das malerische Handeln wird ernstgenommen, weil es eine eigenständige, ästhetische Form der Auseinandersetzung mit der äusseren und inneren Realität darstellt. Das rekonstruktive Verfahren der Objektiven Hermeneutik ermöglicht eine solche kontextfreie Analyse von Protokollen ausdruckshaften Handelns, indem sie die Bedeutung der Ausdruckshandlung durch Kontrastierung mit den nicht gewählten Möglichkeiten im Zeichnen ermittelt, die dem Handelnden zur Verfügung gestanden hätten. Der Entscheidungsprozess der Gestaltung ist in der Zeichnung protokolliert und der Prozess der Entscheidung ist als solcher einer der Sequenzialität. Doch präsentiert sich dieser im Bild synchron. Die Ausleuchtung des Bild- und des Sequenzialitätsbegriffs ist Bestandteil des methodologischen und konstitutionstheoretischen Anspruchs des Projektes. Die Rekonstruktion verläuft dabei nicht von „aussen“ nach „innen“, in dem etwa statistische Zusammenhänge auf mögliche Gesetzmässigkeiten hin ausgedeutet werden, sondern die Bilder als solche werden von „innen“ her aufgeschlossen.

    Im Projekt werden zum einen Hypothesen zur Bedeutsamkeit von Kinderzeichnungen für den Bildungsprozess überprüft, indem die bestehende empirische Basis ausgedehnt wird. Auch die Methodik der Analyse wird dadurch überprüfbar. Zum anderen erfolgt eine weitere Ausdifferenzierung bestehender methodologischer sowie konstitutions- und zwar insbesondere bild- und bildungstheoretischer Thesen.

    Keywords: Kinderzeichnungen, Methoden der Kindheitsforschung, Rekonstruktive Bildungsforschung, Bildtheorie, Methodologie sequenzanalytischer Verfahren