Projekte des Arbeitsbereichs Lehr-Lernforschung in innovativen, außerschulischen Lern- und Entwicklungsräumen

AKTUELLE PROJEKTE

  • Arbeitsgruppe Digitale Basiskompetenzen

    Förderung: Joachim Herz Stiftung

    Laufzeit: seit 2018

    Kooperationen:

    • Ludwig-Maximilians-Universität München
    • Paris Lodron Universität Salzburg
    • PH Weingarten
    • Technische Universität Darmstadt
    • Technische Universität Kaiserslautern
    • Universität Kassel
    • Universität Konstanz
    • Universität Leipzig

     

  • Co-Fish: a co-created citizen science project for evolution understanding, conservation and scientific literacy

    Förderung: Schweizerischer Nationalfonds; Stiftung Mercator Schweiz

    Laufzeit: 01/2021–12/2024

    Kooperationen:

    • Université de Genève
    • Aalborg Universitet
    • Universidade de Aveiro
    • Akademien der Wissenschaften Schweiz
    • Stiftung Science et Cité
    • EuroScitizen
    • CARRTEL: Centre Alpin de Recherche sur les Réseaux Trophiques et Écosystèmes Limniques
    • La Fondation La Maison de la Rivière
    • Association pour la Sauvegarde du Léman
    • Fédération Internationale des Pêcheurs Amateurs du Léman

    Wissenschaftlich gebildete Bürger:innen sind für demokratische Gesellschaften von entscheidender Bedeutung. Regierungen sind darauf angewiesen, dass solche Bürger:innen fundierte Entscheidungen in wichtigen Politikbereichen treffen, um wichtige globale Ziele wie das Pariser Abkommen zum Klimawandel oder die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) zu erreichen. Citizen Science – die Beteiligung nicht-professioneller Wissenschaftler:innen an der Forschung – wird zunehmend als Instrument zur Bewältigung globaler Herausforderungen und zur Förderung des Wissenschaftsverständnisses angesehen. Dennoch mangelt es an Informationen darüber, wie Citizen-Science-Projekte konzipiert und durchgeführt werden sollten, um ihre Effekte auf Wissenschaft und Gesellschaft zu maximieren.

    Im Rahmen dieses Projekts wird ein besonders ambitionierter Ansatz von Citizen Science entwickelt und umgesetzt: ein mitgestaltetes Projekt (co-created Project). Anstatt die Aufgabe für Bürger:innen auf die Datenerfassung zu beschränken, werden sie bei gemeinsam durchgeführten Projekten in jeden Schritt des Forschungsprozesses einbezogen. Sie integrieren die Perspektiven und das Wissen der Öffentlichkeit in die Formulierung der wissenschaftlichen Fragen und Methoden. Dies wertschätzt das spezifische für die Wissenschaft relevante Wissen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen, die traditionell nicht in den wissenschaftlichen Prozess eingebunden sind, und es werden neue Erkenntnisse gewonnen, die die gesellschaftliche Relevanz der Wissenschaft verbessern können. Auf diese Weise bieten mitgestaltete Projekte eine wertvolle Gelegenheit, das öffentliche Verständnis für das Wesen der Wissenschaft zu verbessern und dadurch die wissenschaftliche Kompetenz der Bürger:innen und ihr Engagement für die Wissenschaft zu steigern. Obwohl Co-Creation eine neue Schlüsselkomponente von Horizon Europe ist, gibt es nur wenige Daten darüber, wie effektiv ein solcher Ansatz sein kann. Wir planen, den Wert eines von Bürger:innen mitgestalteten wissenschaftlichen Projekts für Wissenschaft und Gesellschaft zu testen.

    In diesem Projekt konzipieren Freizeitfischer:innen gemeinsam mit Wissenschaftler:innen ein Citizen-Science-Projekt zur Forellenevolution, führen dieses gemeinsam durch und gehen so eine Forschungspartnerschaft ein. Die Fischer:innen werden in alle Teile des Forschungsprozesses einbezogen, von der Hypothesenbildung bis zur gemeinsamen Verbreitung. Wir werden entsprechende Messinstrumente einsetzen, um den Wert sowohl für die Öffentlichkeit als auch für die Wissenschaftler:innen selbst zu bewerten und den wissenschaftlichen Output in Form von Veröffentlichungen und generierten Daten zu messen. Wir erwarten, dass Co-Fish zu einer reichhaltigen Co-Learning-Erfahrung führt, die die Nachhaltigkeit der Forellenfischerei in der Schweiz verbessert und letztlich das Vertrauen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärkt.

  • Delphi-digital: Delphi-Studie zur Konsensbildung über digitale Basiskompetenzen für das Lehramt in den Naturwissenschaften

    Förderung: Joachim Herz Stiftung

    Laufzeit: 10/2021–09/2022

    Kooperationen:

    • Ludwig-Maximilians-Universität München
    • Paris Lodron Universität Salzburg
    • PH Weingarten
    • Technische Universität Darmstadt
    • Technische Universität Kaiserslautern
    • Universität Kassel
    • Universität Konstanz
    • Universität Leipzig

    Die Umsetzung der KMK-Strategie zur Bildung in der digitalen Welt für Schulen erfordert die entsprechende Setzung eines Orientierungsrahmens digitaler Kompetenzen für das Lehramt in den Naturwissenschaften an den Hochschulen. Dieser Orientierungsrahmen soll fachbezogene, digitale Basiskompetenzen für die erste Phase der Lehrkräfteausbildung beschreiben und so die Implementation entsprechender Lerngelegenheiten in den Hochschulen fördern. Dazu ist aber ein Konsens über digitale Basiskompetenzen unter Hochschullehrenden nötig. Die Delphi-Methodik bietet ein geeignetes Verfahren, um sich einem Konsens unter Hochschullehrenden anzunähern und diesen zu beschreiben. Ziel des Projekts Delphi-digital ist daher die Beantwortung der Frage, welche fachbezogenen, digitalen Basiskompetenzen aus Perspektive der Hochschulen für den Übergang in die zweite Phase der Lehramtsausbildung in den naturwissenschaftlichen Studiengängen mindestens (gemeint sind Basiskompetenzen) benötigt werden und, ob über die erforderlichen Basiskompetenzen unter Hochschullehrenden ein Konsens erreicht werden kann.

    Ziel des Projekts Delphi-digital ist daher die Beantwortung der Frage, welche fachbezogenen, digitalen Basiskompetenzen aus Perspektive der Hochschulen für den Übergang in die zweite Phase der Lehramtsausbildung in den naturwissenschaftlichen Studiengängen mindestens (gemeint sind Basiskompetenzen) benötigt werden und ob über die erforderlichen Basiskompetenzen unter Hochschullehrenden ein Konsens erreicht werden kann. Sollte unter Hochschullehrenden Konsens bestehen, bildet dieser Konsens über fachbezogene, digitale Basiskompetenzen die Grundlage für eine weitere empirische Fundierung und eine Übernahme in den Professionalisierungskanon.

  • VideT: Naturwissenschaftliche Erkenntnisprozesse

    Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung

    Laufzeit: 07/2021–06/2024

    Kooperationen:

    • Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin
    • IPN—Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik in Kiel
    • Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen
    • Ruhr-Universität Bochum (RUB)

    Wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen zunehmend an Bedeutung. Allerdings ist es für viele Menschen oft schwierig, diese Erkenntnisse zu interpretieren und zu verstehen. Das liegt auch daran, dass der wissenschaftliche Erkenntnisprozess bisher nur wenig Beachtung findet. Daher ist das Ziel des Projekts VideT, ein videobasiertes Transferinstrument zu entwickeln, um damit den empirischen wissenschaftlichen Forschungsprozess zu vermitteln und in Schülerlaboren zu testen.

    Wissenschaftliche Befunde liefern einen wichtigen Beitrag zum Erkenntnisgewinn. Allerdings bereitet es der Öffentlichkeit oft Schwierigkeiten, diese Erkenntnisse richtig zu interpretieren. Ein Grund dafür ist, dass es in der Öffentlichkeit wenig Wissen über den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess gibt. Das interdisziplinäre Verbundvorhaben „VideT: Den Forschungsprozess vermitteln – ein videobasiertes Transferinstrument für Schülerinnen und Schüler“ hat daher zum Ziel, ein videobasiertes Transferinstrument zur Vermittlung empirischer wissenschaftlicher Forschungsprozesse zu entwickeln und es prototypisch in Schülerlaboren mit Schülerinnen und Schülern zu erproben. Als inhaltliche Grundlage für das Transferinstrument dienen Erkenntnisse über die Ökologie von Fledermäusen und die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf diese Tiere. Neben der Erprobung des Instrumentes in Schulen und Schülerlaboren werden in der wissenschaftlichen Begleitforschung Parameter analysiert, die den Transfererfolg bedingen und beeinflussen. In diesem Vorhaben wird Expertise aus Natur- und Sozialwissenschaften sowie der Bildungsforschung integriert.

    Das Teilvorhaben  „Naturwissenschaftliche Erkenntnisprozesse“ entwickelt und evaluiert das Transferinstrument hinsichtlich der Förderung von Fähigkeiten zum wissenschaftlichen Denken und zur Beurteilung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse in unterschiedlichen Lernformaten. In Feldstudien werden (a) im rezeptiven Lernformat Effekte der Darstellung der Forschenden (als „Suchende“ vs. „Wissende“) und (b) im konstruktiven Lernformat Effekte der Darstellung des Forschungsprozesses untersucht (Darstellung thematisiert Forschungsprozess implizit vs. explizit).

ABGESCHLOSSENE PROJEKTE

  • WTimpact: Kollaborative Wissensentwicklung als Transferinstrument: vom Wissenstransfer zum Wissensaustausch

    Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung

    Laufzeit: 09/2017–03/2021

    Kooperationen:

    • Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin
    • IPN—Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik in Kiel
    • Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig
    • Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen

    Immer öfter arbeiten in Forschungsprojekten Wissenschaftler*innen und Bürger*innen zusammen. Man spricht bei dieser Art der gemeinsamen Forschung auch von Bürgerwissenschaft, Citizen Science (CS). Citizen Science-Projekte sollen zum einen Wissenschaftler*innen helfen, Daten und Informationen zu gewinnen. Gleichzeitig sollen sie den Teilnehmer*innen Kenntnisse über das jeweilige Forschungsfeld und die wissenschaftliche Arbeitsweise vermitteln.

    Bisher weiß man nur wenig darüber, welchen Einfluss Citizen Science tatsächlich auf die Teilnehmenden hat. Ziel des Forschungsprojektes WTimpact ist es, mehr darüber herauszufinden. Die neuen Erkenntnisse sollen helfen, Citizen Science-Projekte in Zukunft so zu gestalten, dass Teilnehmende optimal davon profitieren.

    In einem teilvorhaben wird untersucht, was die teilnehmenden Bürgerwissenschaftler*innen über die drei Themen (Wildtiere, Fledermäuse und Luftqualität bzw. Wetter in der Stadt) sowie grundlegende naturwissenschaftliche Arbeitsweisen im Projekt mitnehmen, und welche Ansichten zu Naturwissenschaften im Allgemeinen bzw. Bürgerwissenschaften im Speziellen sie besitzen. Dazu werden Fragebögen zu den drei Themen übernommen oder entwickelt, und in den Feld- sowie in Laborstudien eingesetzt. Aus den Ergebnissen werden Empfehlungen zur Anwendung des Instruments in anderen Wissenschaftsbereichen abgeleitet. Das im Verbundprojekt entwickelte Transferinstrument wird—unter der Voraussetzung der erfolgreichen Evaluierung—auf weitere naturwissenschaftliche Themen angewendet. Ferner wird überprüft, inwieweit das Transferinstrument in schulischen und außerschulischen Lerngelegenheiten eingesetzt werden kann.

  • VisiBLe: Gestaltung und Einsatz von Videoinstruktion im Biologieunterricht als Gegenstand der Lehrkräfteausbildung

    Förderung: Joachim Herz Stiftung

    Laufzeit: 01/2018–12/2019

    Kooperationen:


    Im Mittelpunkt des von der Joachim Herz Stiftung geförderten Projekts VisiBLe (Gestaltung und Einsatz von Videoinstruktion im Biologieunterricht als Gegenstand der Lehrkräfteausbildung) steht die Förderung von Lehramtsstudierenden mit dem Fach Biologie hinsichtlich des notwendigen Wissens zur Entwicklung effektiver Videoinstruktion, sogenannter Erklärvideos. Diese Erklärvideos sollen zur Unterstützung des Lernprozesses von Schülerinnen und Schülern beim Experimentieren eingesetzt werden. Erklärvideos vermitteln Fachwissen und Wissen zu Prozeduren und ermöglichen es, die Wissensvermittlung außerhalb der Unterrichtszeit anzusiedeln (z. B. Flipped Classroom). Beim Experimentieren im Unterricht bleibt so mehr Zeit für die tatsächliche Anwendung des Wissens.

    Sollen im Unterricht digitale Medien lernförderlich eingesetzt werden, gewinnen neben den „klassischen“ Bereichen des Professionswissens (Fachwissen, fachdidaktisches Wissen und pädagogisch-psychologisches Wissen), die für jeden Unterricht relevant sind, weitere technologiebezogene Wissensbereiche an Bedeutung. Im Rahmen des VisiBLe-Projekts soll der Erwerb des technologiebezogenen fachdidaktischen Wissens unterstützt werden. Im Mittelpunkt steht dabei das Wissen über effektive multimediale Instruktion (z. B. bezogen auf die Kombination von Text und Bild oder das Design, die Funktionen und die Aufgaben von Darstellungen). Im Rahmen des VisiBLe-Projekts wird eine Lehrveranstaltung konzipiert, die den Erwerb und die Anwendung dieses Wissens unterstützt, indem Studierende selbst Erklärvideos entwickeln. Die entwickelten Erklärvideos werden von den Studierenden im Rahmen des life:labors im konkreten Einsatz mit Schülergruppen erprobt und weiterentwickelt. Das Lehrprojekt wird in Hinblick auf den Wissenszuwachs der Studierenden sowie die Intention Erklärvideos im späteren Unterricht tatsächlich zu nutzen, evaluiert.