Kasuistische Lehrerbildung

Das Profil der Lehrerbildung gründet sich auf dem Modell einer kasuistischen Lehre. Wir folgen damit dem Anspruch einer forschungsnahen, theoretisch anspruchsvollen und zugleich praxisnahen Lehrerbildung. Die Grundidee besteht darin, konkrete Fälle aus der pädagogischen Praxis in einem distanzierten, handlungsentlasteten Modus auf ihre Problemdimensionen hin zu befragen. Der konkrete Fall kann dabei durch sehr unterschiedliche Protokolle und natürlich unterschiedliche Interessen repräsentiert sein. Die Spanne reicht von Unterrichtsprotokollen und multimedialen Unterrichtsdokumenten bis zum Lehrerinterview, von der Peer-Group-Interaktion bis zum Graffiti sowie vom Schulprogramm bis zum Familiengespräch.

Ziel der kasuistischen Lehrerbildung ist es nicht, den Praxisanspruch durch berufspraktische Unterweisungen und Erprobungen zu realisieren. Es geht uns zentral um die Herausbildung einer Reflexionskompetenz; also um die Fähigkeit, Probleme und Strukturen zu erkennen und zu verstehen.   

KASUS - KASUISTISCHE FALLSAMMLUNG

Zur Unterstützung der kasuistischen Lehre haben wir am IEW eine kasuistische Fallsammlung eingerichtet (KASUS). Diese Fallsammlung enthält die unterschiedlichsten Protokolle aus der schulischen und außerschulischen pädagogischen bzw. pädagogikrelevanten Praxis. Auf diese Fallsammlung können alle Lehrenden und Studierenden der LUH sowie andere Interessierte zugreifen. Die Fallsammlung versteht sich dabei nicht als abgeschlossene Anthologie. Sie entsteht aus der Lehre für die Lehre. In einem kontinuierlichen, interaktiven Prozess mit der kasuistischen Lehre befindet sich diese Fallsammlung in ständiger Bewegung der Erweiterung, Differenzierung und Reorganisation.

KASUS ist zu erreichen unter: http://www.kasus.uni-hannover.de

 

 

FALLWERKSTATT REKONSTRUKTIVE BILDUNGSFORSCHUNG

Die Fallwerkstatt Rekonstruktive Bildungsforschung widmet sich der exemplarischen Interpretation ausgewählter Protokolle in den Themenfeldern Bildung, Profession, Sozialisation und Erziehung. Methodisch stützt sich die Fallwerkstatt auf das Verfahren der Objektiven Hermeneutik. Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit eigene Forschungsvorhaben kollegial zu bearbeiten. 

 

 

FALLTIEFEN

Beiträge aus der kasuistischen Lehrerbildung am Institut für Erziehungswissenschaft

Seit 2015 veröffentlicht das Institut für Erziehungswissenschaft die eigene Institutszeitschrift falltiefenDiese enthält Beiträge von Studierenden und Dozierenden, die im Rahmen der kasuistischen Lehrerbildung entstanden sind. Die aktuelle Ausgabe erhalten Sie bei allen Dozierenden des Arbeitsbereichs und im Geschäftszimmer.